Caritas Gtersloh

Drogen in der Schule oder im Jugendhaus! – Was tun?

Bieten Schulen und Jugendeinrichtungen Hilfen beim Umgang mit drogenkonsumierenden Jugendlichen an: Marco Hein (Polizei), Oliver Artz (Caritas), Lars Riemeier (Caritas), Vanessa Ogan (Polizei) (v.l.).

Cannabis ist unter Jugendlichen die beliebteste illegale Droge. Laut der aktuellen HBSC-Studie hat bereits jeder Sechste 15-jährige Erfahrungen mit Cannabis gemacht. Damit haben, statistisch gesehen, in dieser Altersstufe etwa 4-5 Schüler einer Klasse mindestens schon einmal im Leben gekifft. Somit wird deutlich, dass Drogenkonsum von Jugendlichen ein aktuelles Phänomen sind, welches vor keiner weiterführenden Schule halt macht – darin sind sich die Polizei und die Caritas Sucht- und Drogenhilfe im Kreis Gütersloh einig.

 

Aus diesem Grund lud die Fachstelle für Suchtvorbeugung der Caritas Vertreter von Schulen und Jugendeinrichtungen zum 10. Forum Suchtprävention ein. Gemeinsam mit Marco Hein und Vanessa Ogan vom KK Kriminalprävention und Opferschutz der Kreispolizeibehörde Gütersloh, widmeten sie sich der Frage „Drogen in der Schule oder im Jugendhaus! – Was tun?“.

 

In seinem Einstiegsvortrag machte Marco Hein deutlich, dass Cannabiskonsum für Jugendliche nicht ungefährlich ist: „Der heutige Wirkstoffgehalt ist um ein vielfaches höher, als noch vor einigen Jahren. Neben gesundheitlichen und sozialen Folgen können auf Betroffene auch strafrechtliche Konsequenzen beim Umgang mit dieser illegalen Substanz zukommen.“ Hein machte weiter deutlich, dass  die Polizei immer ermitteln muss, wenn sie von einem Drogendelikt erfährt. Später gibt sie den Fall an die Staatsanwaltschaft weiter, die dann entscheidet, ob Anklage erhoben wird. Oft ein langwieriger Prozess, dessen Ausgang oft.

 

Im weiteren Verlauf diskutierten die rund 40 Vertreter verschiedener Schulen und Jugendhäuser im Kreis Gütersloh, wie ein angemessener Umgang mit Drogenkonsum von Jugendlichen aussehen sollte. Polizei und Caritas plädierten dafür, dass Einrichtungen möglichst im Vorfeld ein Handlungskonzept entwickeln, welches klar regelt, wie mit betroffenen Jugendlichen umgegangen wird. Darin sollte es nicht nur um die Einleitung von Strafverfolgung gehen, sondern auch um Prävention und pädagogische Maßnahmen. „Schulen und Jugendeinrichtungen stehen bei diesen Vorfällen vor schwierigen Anforderungen: Einerseits müssen sie Drogenkonsum oder Handel in ihrer Einrichtung, u.a. zum Schutze anderer Jugendlicher, unterbinden“, erklärt Lars Riemeier von der Fachstelle für Suchtvorbeugung der Caritas. „Andererseits haben sie auch einen pädagogischen Auftrag, dem Betroffenen Hilfe anzubieten.“ Pädagogen fühlen sich dabei häufig unsicher. Insbesondere dann, wenn ihnen eindeutige Beweise fehlen, der Verdacht aber sehr nahe liegt. „Wichtig ist, dass eine Kultur des Hinschauens entsteht und sich Lehrkräfte und Sozialpädagogen handlungsfähig bleiben“, ergänzt Oliver Artz von der Caritas Drogenberatung.

 

Um Schulen und Jugendeinrichtungen bei dieser Herausforderung zu unterstützen, haben Polizei und Caritas ein Handlungskonzept entwickelt, welches interessierte Einrichtungen abrufen können. Darüber hinaus ist eine zweite Auflage dieser Informationsveranstaltung geplant. Ein konkreter Termin steht noch nicht fest.

 

Interessierte können sich jedoch bereits vorab bei Kreispolizeibehörde Gütersloh (Tel: 05241/869 1871) oder  bei der Fachstelle für Suchtvorbeugung der Caritas (Tel.: 05241/ 994070) melden.