Caritas Gtersloh

Gedenktag für verstorbene Drogenkonsumenten

Ronay Dolata und Karola Hoffmann Alves (von links) begehen den diesjährigen nationalen Gedenktag für verstorbene Drogenkonsumenten.

In diesem Jahr verstarben bereits mindestens 5 Klienten der Caritas Sucht- und Drogenhilfe an den Folgen ihres Alkohol- oder Drogenkonsums. „Das für uns leider eine normale Anzahl“, erklärt die Drogenberaterin Karola Hoffmann Alves. „Jedes Jahr trauern wir um ca. 5-10 unserer  Klienten. Das sind oft Menschen, die wir bereits seit Jahren kennen. Nicht immer gelingt ein Ausstieg aus der Abhängigkeit.“ Der Umgang mit Tod und Trauer ist damit fester Bestandteil der Arbeit der Caritas-Einrichtung für den Kreis Gütersloh. Somit begeht sie bereits seit einigen Jahren auch den jährlichen Nationalen Gedenktages für verstorbene Drogenkonsumenten am 21. Juli. Der Gedenktag geht dabei zurück auf Ingo Marten, der am 21. Juli 1994 Gladbeck auf bisher noch ungeklärte Ursache verstarb. Aufgrund des Engagements seiner Mutter wird nun seit 1998 der Nationale Gedenktag in Deutschland begangen.

 

„Fast jeder Verstorbene hinterlässt trauernde Verwandte und Freunde unter unseren Besuchern“, weiß Ronay Dolata, Mitarbeiterin im Cafe- und Servicebereich der Drogenberatung an der Roonstraße 22 in Gütersloh. „Wir schaffen für die Trauernden eine Möglichkeit, mit ihren Gefühlen umzugehen. Im Mittelpunkt stehen dabei Gespräche.“ Dabei geht es oft zum einen um die Auseinandersetzung mit den eigenen riskanten Lebensumständen. Für Drogenkonsumenten kein leichtes Thema. Zum anderen geht es auch um die Leere, die im Leben von Angehörigen entsteht, wenn ein geliebter Mensch stirbt.  Karola Hoffmann Alves fügt hinzu: „Der Verlust einer nahestehenden Person bringt das Gleichgewicht des eigenen Lebens ins wanken. Hier versuchen wir das Leid ein wenig zu lindern und der Trauer Zeit und Raum zu geben. Wichtig ist es, die eigene Balance wieder zu finden.“ Daher verwendet die Caritas Sucht- und Drogenhilfe beim diesjährigen Nationalen Gedenktag auch das Bild des Mobile: „Ein Mobile ist ein leichtes Gebilde, welches bereits durch geringe Veränderungen in Bewegung gerät“, so Hoffmann Alves weiter. Im Cafe der Drogenberatung hängt derzeit ein solches Mobile, an dem selbstgebastelte Papier-Vögel von Klienten und Mitarbeitern aufgehangen sind. Jeder Vogel trägt ein Zitat oder einen persönlichen Satz, der in Verbindung mit einem Verstorbenen steht.

 

Grundsätzlich ist der Cafe- und Servicebereich der Caritas Sucht- und Drogenhilfe in der Gütersloher Roonstraße eine niederschwellige und auf Wunsch auch anonyme Anlaufstelle für alkohol- und drogenabhängige Menschen, die  montags bis freitags geöffnet ist. Neben diversen Freizeitangeboten, der Unterstützung bei der Wohnungssuche und der Möglichkeit eines gesunden Frühstücks, steht auch die Gesundheitsförderung im Mittelpunkt. So hält das Team einen sogenannten Spritzentausch vor, bei dem benutze Spritzen gegen neue getauscht werden können. Ebenso gibt es die Möglichkeit, Wäsche zu waschen und zu duschen. Mehrmals im Jahr findet eine offene medizinische Sprechstunde vom Kreisgesundheitsamt statt.