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DRK, Caritas und Tafeln arbeiten zusammen

Auf diese gute Nachricht haben zahlreiche Menschen in besonderen sozialen Lebenslagen aus dem ganzen Kreis Gütersloh jetzt zwei Wochen gewartet: Der gemeinnützige Verein „Die Tafeln Gütersloh e.V.“ nimmt seine Tätigkeit wieder auf: die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln für bedürftige Mitmenschen läuft bereits nach dieser kurzen Pause wieder voll an. Möglich macht dies ein entschlossenes Vorgehen des Deutsches Rotes Kreuz im Kreis Gütersloh in Kooperation mit der Caritas und dem Zentrallager der Tafeln in der Gütersloher Kaiserstraße.

Nach den Berichten zur Einstellung der Versorgung der 3.800 sozial benachteiligten Personen stand für DRK-Vorstand Ilka Mähler umgehend fest: „Das darf kein Dauerzustand bleiben. Hier müssen wir als Wohlfahrtsverband aktiv werden und Flagge zeigen.“ Die Idee für eine Kooperation mit Ziel der kontaktlosen Versorgung der Tafelkunden im ganzen Kreisgebiet Gütersloh wurde gemeinsam  mit der Stadt Gütersloh und der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände im Kreis Gütersloh entwickelt. Die Federführung für die weitere Organisation übernahmen dann Frau Prior-Dresemann, als Geschäftsführerin der Tafeln, und Frau Ilka Mähler als Vorstand des DRK Kreisverbandes. Dabei  wurden die vorhandenen Strukturen der Tafeln zur Lebensmittelbeschaffung und des DRKs zur ambulanten Versorgung direkt einbezogen. Mit  dieser Realisierungsidee stießen sie bei Caritas-Vorstand Volker Brüggenjürgen auf offene Ohren, der prompt seine Unterstützung zusagte. Innerhalb weniger Tage entwickelten DRK und Tafeln mit ihren Mitarbeiterteams ein neues Belieferungskonzept. Gemeinsam mit der besonderen Unterstützung der DRK-Ortsvereine im Kreis Gütersloh wurde die logistische Planung in Gang gesetzt. 
Und so sieht jetzt die Lösung aus, die seit Mittwoch dieser Woche greift: Die Mitarbeitenden im Zentrallager der Tafeln stellen Wochen-Pakete mit dem individuellen Lebensmittel-Bedarf für jeden Haushalt zusammen. Dies bedeutet eine hohe Mehrbelastung für die Mitarbeitenden, da die Pakete unter den aktuellen Schutzbedingungen vorgepackt werden müssen.


Einsatzkräfte von DRK und Caritas bringen die Pakete dann per Pkw direkt zu den Empfängern nach Hause und liefern sie kontaktlos ab. Jeder Haushalt wird einmal pro Woche beliefert, insgesamt 1.200 Haushalte im Kreisgebiet. Das DRK ist mit acht Fahrzeugen, die Caritas mit zwei im Einsatz. Der Lieferservice ist für die Tafel-Kunden kostenlos. 
Wichtig ist dabei jedoch, dass die aktuelle Adresse der Kunden bei den Tafeln bekannt ist und ein Klingelschild mit Namen an der Tür ist. Zu den Verteilzeiten, die von den vorher gewohnten Ausgabezeiten abweichen, können Informationen auf der Homepage der Tafeln abgerufen werden. 


Das Feedback der engagierten Mitarbeitenden ist nach dem ersten Testlauf sehr positiv. Die Empfänger freuen sich sehr über die Lösung - und es gab sogar schon Applaus für die Lieferanten: Ein DRK-Mitarbeiter bekam von Menschen auf Balkonen Beifall gespendet, als er seine Pakete auslieferte. „Das hat mich unheimlich berührt – ich hatte richtig Gänsehaut!“, so Nico Hoinkis, der sich sofort für diese sinnvolle Ausgabe bereit erklärte. 


Ilka Mähler ist begeistert von der unkomplizierten Zusammenarbeit. Die DRK-Managerin: „Die Kooperation auf Kreisebene mit Tafeln, DRK und Caritas zur Versorgung von mehreren tausend Menschen ist schon etwas Besonderes, darauf können wir alle stolz sein!“