CORONA-Sorgentelefon

Eine bunte Jubiläumswoche zum sechsten Jahrestag der Caritas-Tagespflege Clarholz

Als die knallroten Luftballons vom Garten der Caritas-Tagespflege Clarholz aufstiegen, war Corona für einen kurzen, aber wunderbaren Moment vergessen. Die Fracht, die die Ballons in den Himmel trugen: persönlich gestaltete Grußkarten der Tagesgäste. Entstanden sind sie zur Jubiläumswoche, die unter dem Motto „5 +1“ hätte stehen können. Im März 2020 hatte man in der Einrichtung an der Schomäckerstraße 4 eigentlich das fünfjährige Bestehen feiern wollen. Doch dann kam Corona – und stellte alles auf den Kopf. Jetzt aber wurde die Feier nachgeholt – als sechster Jahrestag.

Drei Monate habe die Caritas-Tagespflege Clarholz im März 2020 schließen müssen, berichtet Pflegedienstleiterin Stefanie Schilling. Erst im Juni durfte wieder geöffnet werden. Seither sind viele alternative Ideen entstanden, wie die Tagesgäste sicher und gleichwohl phantasievoll betreut werden können.

So ist das einwöchige Jubiläumsprogramm Beweis für die Kreativität, die im Team der Tagespflege gelebt wird. Schon der erste Tag machte tierisch Spaß. Das lag vor allem an Alpaka Ronny, das sich im Garten geduldig von den Seniorinnen und Senioren füttern ließ. Weiter ging’s ging mit einer großen Backaktion, bei der die Tagesgäste gemeinsam eine Jubiläumstorte zauberten, die weder mit Sahne, noch mit Kalorien geizte. Auf großes Interesse stieß auch der Vortrag einer Naturpädagogin, die Spannendes zu Wildkräutern im eigenen Garten zu berichten wusste. Aber hier blieb es nicht bei der Theorie: Gemeinsam rührten die Seniorinnen und Senioren herzhafte Kräuterbutter an und backten ein Kräuterbrot. Der Laib wurde dann zum Abschluss der Jubiläumswoche bei einem Gottesdienst im Garten der Caritas-Tagespflege gesegnet.

Jetzt sind natürlich alle gespannt darauf, wie wie weit die Ballons fliegen werden? Und wird jemand auf die Grußbotschaften antworten? Die Freude wäre jedenfalls riesig, sind soziale Kontakte den Menschen im hohen Alter doch besonders wichtig. „Die Tagespflege ist für viele unserer Gäste der einzige Anker für soziale Kontakte außerhalb der Familie“, weiß Stefanie Schilling. Dem kann Debora Cooper, Caritas-Regionalleitung Herzebrock-Clarholz, nur zustimmen: „Hier findet so viel statt. Für die Tagesgäste ist das ein Stück Lebensqualität.“

Als die Einrichtung im Juni 2020 ihren Betrieb mit einer von 16 auf elf reduzierten Anzahl an Plätzen wieder aufnehmen durfte, füllte sich die Einrichtung relativ schnell wieder. „Viele Gäste fühlten sich nach drei Monaten so isoliert, dass sie durch den Verlust der sozialen Kontakte stärker beeinträchtigt waren, als durch die Angst, sich mit Corona zu infizieren.“

Froh und auch ein bisschen stolz ist die Pflegedienstleiterin darauf, dass es seit über einem Jahr keinen Corona-Fall in der Caritas-Tagespflege Clarholz gab. Das liege zum einen an dem guten und gut kommunizierten Hygienekonzept, sei aber vor allem dem Einsatz des Teams zu verdanken: „Alle geben Ihr Bestes!“ Debora Cooper sieht das genau so: „Wenn das Team so wie hier in Clarholz funktioniert, dann kommt viel dabei heraus.“

Und so bleibt der Tag in der Tagespflege trotz der Covid-Schutzmaßnahmen abwechslungsreich. Nur ein Beispiel: Wenn wegen der Aerosol-Belastung nicht gesungen werden darf, dann wird halt mit Abstand geschunkelt – und es ist auch in diesen verrückten Zeiten Musik drin.