Klassik im Caritas-Haus St. Anna Verl

Musik hat vielerlei Wirkung – sie ist rezeptfreie Medizin ebenso wie Balsam für die Seele. Das wusste schon Johann Sebastian Bach: „Die Musica soll einzig und allein zur Ehre Gottes und zur Recreation des Gemüths dienen.“ Ganz viel von diesem Geist schwingt mit, wenn das Caritas-Haus St. Anna in Verl seine Reihe hochwertiger klassischer Konzerte in der hauseigenen Marienkapelle eröffnet. Mit dieser ausdrücklich auch für Besucher offenen Reihe will das Haus dem gängigen Bild entgegentreten, in eine Senioreneinrichtung komme man nur zum Sterben. „Nein“, widerspricht Einrichtungsleiter Jürgen Mertes energisch. „Man kommt hierher, um einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen.“

Für Lebendigkeit und Abwechslung sorgen vier Konzerte, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Am Samstag, 23. Februar, startet die Reihe mit einer nicht alltäglichen Kombination. Akkordeon und Cymbal – ein Saitensintrument, das mit Klöppeln gespielt wird – entfalten ihre Klänge in der wunderbaren Akustik der Kapelle. Am Cymbal ist Irina Shilina zu hören, die gemeinsam mit Alexander Hochalter (Akkordeon) ein überaus facettenreiches Repertoire abdeckt. Auf dem Programm steht der barocke Komponist Antonio Vivaldi ebenso wie die Jazzer Dave Brubeck und Chick Corea oder auch Igor Strawinsky und Dmitri Schostakowitsch – beides Vertreter der Moderne.

Am Samstag, 30. März, erwartet die Besucher ein romantischer Klavierabend. Gleich zwei Pianistinnen wechseln sich am St-Anna-Flügel ab: Kathrin Meierhenrich und Reiko Nagai geben Werke von Schuhmann, Chopin und vielen anderen mehr zu Gehör. Querflötenmusik von Barock bis zur Moderne steht am Samstag, 13. April, auf der Konzert-Agenda. Sabine Seipelt (Querflöte)und Chihiro Masaki (Klavier) widmen sich Werken von J.S. Bach, Francis Poulenc, Carl Stamitz und Frank Martin.

Chihiro Masaki (Klavier) wird auch bei dem vierten Konzert der Reihe zu hören sein – dann mit Alban Hauser (Saxophon). In ihrem Programm „Transitions“ lassen sie die Grenzen zwischen Klassik und Jazz fließen. Bei Werken von Eugène Bossa, Jean Françaix, Claude Debussy und Béla Bartók  zeigt das Duo, dass es bei Musik eben immer nur um eins geht: um die Rekreation des Gemüts.

Nicole Röthe, Leiterin des Sozialdienstes im Caritas-Haus St. Anna, hat die Konzertreihe organisiert. Neben dem musikalischen Genuss reizt sie an dem Projekt ganz besonders, dass es „Türen öffnet und den Bewohnerinnen und Bewohnern Teilhabe ermöglicht. Gemeinsam Musik zu erleben, schafft Verbindungen“. Vor allem auch zu den hoffentlich zahlreichen Konzertbesuchern.

Der Eintritt zu den Konzerten ist frei. Es wird jedoch um eine Kollekte für die Musiker gebeten. Zudem freut sich das Caritas-Haus St. Anna über Zuwendungen, die die Refinanzierung eines Konzertflügels ermöglichen. Das Instrument wurde aus Privatbesitz gekauft und hat seither in der Marienkapelle ein neues Domizil gefunden. Erst durch diese Anschaffung wurde die Reihe „Klassik im Caritas-Haus St. Anna“ möglich.

Weitere Infos unter www.st-anna-verl-altenzentrum.de 

Freuen sich auf die Reihe „Klassik im Caritas-Haus St. Anna“: Nicole Röthe, Leiterin des Sozialdienstes, und Einrichtungsleiter Jürgen Mertes.